Bodo -
mein 2. Leben

 

An die ersten 7 Jahre meines Lebens kann ich mich noch genau erinnern - aber leider nicht davon erzählen. Auf jeden Fall wollte meine 1. Familie mich nicht mehr haben und hat mich an einem heißen Julitag mitten im Wald angebunden.

Dort saß ich dann und wartete, daß sie wieder zurückkommen; aber erst am nächsten Tag kamen zufällig Spaziergänger vorbei. Sie besorgten mir etwas zu trinken und informierten die Polizei, die mich ins Tierheim in Montabaur brachte. Dort besuchte mich dann eine sehr nette Frau, die mich glaube ich auch mochte. Aber sie erklärte mir, daß sie schon 2 Boxer daheim hätte und mich deshalb nicht mitnehmen könne.

Doch am nächsten Tag war sie wieder da - und sie hatte noch eine Frau mitgebracht.

So langsam keimte in mir die Hoffnung auf, daß sie es sich anders überlegt hätte und ich beschloß, mich von meiner besten Seite zu zeigen. Dann holten sie doch tatsächlich ein Boxermädchen aus dem Auto und wir alle gingen gemeinsam spazieren. Wir haben gespielt und ich habe der Kleinen schöne Augen gemacht.


Das Tierheim in Montabaur

Und ich glaube, das hat gewirkt, denn sie haben mich mitgenommen. Aber nicht wie ich erst glaubte, meine 1. Besucherin, sondern die Frau mit der Boxerin. Wir sind dann alle noch in ein Straßencafé gegangen, wo Bessi (denn jetzt kannte ich ja ihren Namen) und ich von der netten Bedienung auch etwas zu trinken bekamen. Anschließend sind wir noch mehr als 2 Stunden im Auto gefahren.
Als wir dann hier ankamen, hat mein neues Frauchen uns Zwei sofort in den Garten geschickt und Bessi hat mir alles genau gezeigt. Auch mein neues Herrchen hab' ich da kennengelernt. Anschließend mußte ich genau das Haus inspizieren - hier ist genug Platz für 2 Boxer!

Abends bekam ich dann eine riiiesengroße Portion zu futtern - ich hab alles in mich reingeschlungen. Und es gab sogar noch Leckerli als Nachtisch! Danach bin ich fast umgefallen, so müde war ich. ich hab mich einfach hingelegt und geschnarcht, was das Zeug hält.

Inzwischen habe ich mich hier eingelebt und versteh' mich mit allen sehr gut. Manchmal, wenn ich schlafe, dann träume ich noch von meiner 1. Familie und dieser schlimmen Nacht im Wald, aber mein neues Frauchen weckt mich dann vorsichtig und streichelt mich, bis ich mich wieder beruhigt habe. Und auch die kleine Bessi gibt sich große Mühe, daß ich mich hier heimisch fühle.

Ich glaube, hier hab ich's gut getroffen ...

Bodo